Autor: PassionPress.eu
Foto: Dennis (@halvar_pictures)
Nach dem spektakulären 75:3 Kantersieg gegen Rekordchampion Braunschweig Lions wartet auf die Potsdam Royals am Samstag die nächste große Herausforderung der effect® ENERGY GFL Saison 2026. Am 30. Mai gastiert der amtierende GFL Bowl Champion um 16 Uhr im Kilia Stadion bei den Kiel Baltic Hurricanes. Während Potsdam mit einer Bilanz von 2:0 anreist, stehen die Hurricanes aktuell bei 1:1 und haben bereits gezeigt, dass sie auch in dieser Saison wieder zu den stärkeren Teams der Nordstaffel gehören.
Für die Royals wird das Spiel in Kiel gleichzeitig ein erster echter Gradmesser dafür, wie stabil die Mannschaft nach dem explosiven Auftritt gegen Braunschweig inzwischen wirklich geworden ist. Denn obwohl Potsdam zuletzt offensiv historische Zahlen auflegte, erinnert man sich im Umfeld der Royals noch sehr genau an den schwierigen Saisonauftakt bei den Berlin Rebels.
Vom Fehlstart gegen Berlin zur Gala gegen Braunschweig
Dort tat sich die Offense rund um Quarterback Xeaiver Bullock über weite Strecken extrem schwer. Potsdam lag bis ins vierte Viertel mit 0:14 zurück und fand offensiv kaum Lösungen gegen die aggressive Defense der Rebels. Erst in den letzten Minuten drehte der Titelverteidiger die Partie noch zu einem knappen 15:14 Sieg. Ruben De Ruyter hatte anschließend im PassionPress Medientalk sogar erklärt, dass Berlin den Royals das Spiel beinahe selbst geschenkt habe, weil Potsdam offensiv eigentlich keine Antwort gefunden hatte.
Zwei Wochen später präsentierte sich allerdings ein komplett anderes Bild. Gegen Braunschweig dominierte Potsdam das Spiel von Beginn an und erinnerte phasenweise wieder an die Royals Mannschaften der vergangenen Jahre. Bereits zur Halbzeit stand es 54:0. Quarterback Xeaiver Bullock warf acht Touchdown Pässe und spielte statistisch eines der effizientesten Spiele der jüngeren GFL Geschichte. Besonders die Verbindung zu Emanuel Bakare, Maximilian McLeod und Milan Spiller funktionierte hervorragend. Gleichzeitig zeigte sich die Offensive Line massiv verbessert und hielt Bullock über weite Strecken komplett sauber. Trotz der historischen Zahlen blieb der Royals Quarterback nach dem Spiel selbstkritisch.
„Wir haben noch deutlich Luft nach oben, weil wir immer noch viele Punkte haben liegen lassen. Außerdem haben wir irgendwann bewusst ein wenig Tempo rausgenommen, auch aus Respekt vor dem Spiel.“
Spektakuläre Defense sorgt für Highlights
Hinzu kam eine Defense, die Braunschweig nahezu vollständig kontrollierte. Joshua Wünsch, Ryan Minniti, Hunter Hewitt und Giorgius Tarlas setzten permanent Druck auf Lions Quarterback Ryon Thomas. Das Highlight des Spiels lieferte allerdings ein spektakulärer 88 Yard Interception Return kurz vor der Halbzeit. Ryan Minniti fing einen Pass ab, lief den Ball quer über das Feld zurück und pitchte kurz vor der Endzone noch zu Ronaldo Tomasello, der den Touchdown vollendete. Eine Szene, die inzwischen bereits jetzt zu den spektakulärsten Plays der bisherigen GFL Saison zählt. Bullock hob nach der Partie besonders den Teamgedanken innerhalb des Kaders hervor.
„Was uns extrem schwer zu verteidigen macht ist, dass wir selbstlos spielen und jeder einfach seinen Job macht.“

Kiel erneut ein ernstzunehmender Playoff Kandidat
Doch trotz der deutlichen Dominanz dürfte das Spiel in Kiel für Potsdam deutlich unangenehmer werden. Die Baltic Hurricanes galten vor wenigen Jahren noch als Kandidat für den Abstieg. Inzwischen hat sich das traditionsreiche Programm jedoch wieder stabilisiert. Bereits vergangene Saison erreichte Kiel überraschend die Playoffs. Auch 2026 zeigt das Team erneut, dass man im Norden wieder ernsthaft mit den Hurricanes rechnen muss.
Nach einer Bye Week zum Saisonauftakt gewann Kiel in Woche zwei mit 24:17 gegen die Braunschweig Lions. Besonders Quarterback PJ Settles und Receiver Jarvis McClam sorgten dabei immer wieder für explosive Big Plays. McClam fing zwei Touchdowns und kam auf 115 Receiving Yards. Gleichzeitig zeigte Kiel defensiv viel Aktivität und erzwang insgesamt fünf Turnover gegen Braunschweig.
In Woche drei folgte zwar eine deutliche 8:31 Niederlage gegen die Dresden Monarchs, allerdings darf dieses Ergebnis nicht überbewertet werden. Dresden gilt gemeinsam mit Potsdam als großer Favorit auf den GFL Bowl 2026 und besitzt vermutlich den stärksten Gesamtkader der Liga. Trotzdem konnte Kiel auch gegen die Monarchs phasenweise mithalten und bewegte den Ball offensiv ordentlich. Quarterback PJ Settles brachte 30 von 48 Pässen für 265 Yards an, während Michel Peschel und Jarvis McClam erneut wichtige Targets waren. Am Ende waren es vor allem die drei Interceptions und mehrere Turnover, die das Spiel kippen ließen.
Diese Matchups könnten das Spiel entscheiden
Gerade offensiv bringt Kiel einige Matchups mit, die Potsdam durchaus Probleme bereiten könnten. Quarterback PJ Settles ist mobil, improvisationsstark und gefährlich außerhalb der Pocket. Running Back Maximilian Lundahl läuft physisch und effizient, während Jarvis McClam jederzeit für explosive Big Plays sorgen kann. Dazu kommt mit Michel Peschel ein vielseitiger Playmaker, der offensiv und in den Special Teams immer wieder Akzente setzt.
Entscheidend dürfte allerdings werden, wie konstant die Kieler Offensive Line gegen den Pass Rush der Royals arbeiten kann. Potsdam rotiert defensiv extrem tief und verfügt mit Joshua Wünsch, Hunter Hewitt, Ryan Minniti, Sharif Bandulet und Giorgius Tarlas über mehrere Spieler, die permanent Druck erzeugen können. Gerade Wünsch wirkte gegen Braunschweig erneut wie einer der dominantesten deutschen Defensivspieler der Liga.
Offensiv dürfte bei Potsdam erneut vieles über Xeaiver Bullock laufen. Nach dem schwierigen Auftakt gegen Berlin wirkte der Quarterback zuletzt deutlich sicherer und kontrollierter. Besonders auffällig war dabei, wie viele verschiedene Waffen die Royals inzwischen einsetzen können. Emanuel Bakare bringt enorme Physis und Big Play Qualität mit. Maximilian McLeod sorgt konstant für Yards after Catch. Milan Spiller streckt das Feld tief und auch Spieler wie Heiko Bals, Chrisman Kyei, Peter Martin oder Kassim Tiamiu können jederzeit wichtige Plays liefern.
Royals gehen als Favorit in den Norden
Gleichzeitig dürfte das Spiel für Potsdam mental wichtig werden. Der Auftritt gegen Braunschweig war beeindruckend, allerdings wird in Kiel ein komplett anderes Spiel erwartet. Die Hurricanes spielen zuhause traditionell emotional, körperlich und aggressiv. Dazu gilt das Kilia Stadion als unangenehmer Auswärtsort, gerade wenn die Hurricanes Momentum entwickeln.
Trotzdem gehen die Royals klar als Favorit in die Partie. Der amtierende Champion besitzt aktuell vermutlich den tiefsten Kader der Liga und wirkt nach der Bye Week deutlich eingespielter. Vor allem offensiv scheint Potsdam inzwischen wieder jene Explosivität gefunden zu haben, die das Team in den vergangenen Jahren so dominant gemacht hat. Für Kiel könnte das Spiel gleichzeitig ein echter Gradmesser im Kampf um die Playoffs werden. Die Hurricanes haben bereits bewiesen, dass sie gegen viele Teams der Liga konkurrenzfähig sind. Gegen Potsdam wird sich nun zeigen, wie groß der Abstand zur absoluten Spitze aktuell wirklich noch ist.
Fest steht: Die Fans dürfen sich auf eines der bislang interessantesten Spiele der jungen GFL Saison freuen.
Fanbus nach Kiel: Gemeinsam die Royals unterstützen
Auch bei den Auswärtsspielen bauen die Potsdam Royals wieder auf die Unterstützung ihrer Fans. Gemeinsam mit PotsdamBus wird erneut ein offizieller Fanbus angeboten, damit die Royals Family auch auswärts geschlossen auftreten kann.
Das Team von PotsdamBus organisiert dabei die gemeinsame Anreise inklusive Stadionfahrt und Rückreise. Um die Fahrten wirtschaftlich durchführen zu können, werden mindestens 40 Anmeldungen benötigt.
Die Royals betonen dabei besonders den gemeinsamen Charakter der Auswärtsfahrten:
„Schon im letzten Jahr konnten wir einige Auswärtsfahrten mit euch durchführen und es war wirklich toll, die Fahrt mit euch voller Vorfreude zu genießen, geschlossen mit euch ins Stadion zu laufen und unsere Mannschaft gemeinsam mit voller Kraft anzufeuern.“
Unter dem Motto #footballisfamily & #royalsfamily sollen die Royals auch auswärts wieder lautstark unterstützt werden.
Bereits jetzt können sich Fans außerdem für weitere Auswärtsfahrten der Saison anmelden:
• 20.06.2026 in Hildesheim
• 08.08.2026 in Düsseldorf
• 15./16.08.2026 in Braunschweig
