Die Potsdam Royals krönen sich in einem sensationellen Finale zum Champion der European Football League 2018!

Der EFL Bowl 2018 in Mailand hatte neben viel Leidenschaft und Willen, auch überragende Offensivaktionen und ein Ende, indem ein einziges Play über Sieg und Niederlage entscheiden sollte. Die Royals setzten sich nach einem Comeback mit 43:42 gegen die Milano Seamen durch und errungen den ersten internationalen Titel in der Vereinsgeschichte.

Das 1. Viertel verlief noch verhältnismäßig normal. Allerdings war der 1. Versuch von Mailand im Spiel direkt ein Fumble den Potsdam erobern konnte. Mit guter Feldposition schlug Austin Gahafer zu und bediente Max Zimmermann zum 0:7. Nach jeweils einem Punt beider Teams warf QB Luke Zahradka einen kurzen Pass auf WR Xavier Mitchell, der über das halbe Feld zum 7:7 Ausgleich lief.

Zur Halbzeit 21:28

Im 2. Viertel nahm das Spiel offensiv so richtig Fahrt auf. Fünf von Sieben Drives wurden in Touchdowns verwandelt. Die Potsdamer legten wieder vor. Der erneut überragende Gahafer warf seinen 2. Touchdown auf Frederik Myrup Nielsen zur 7:14 (PAT Felber) Führung. Die Seamen antworteten mit Zahradka auf RB Danilo Bonaparte, Pass in die Endzone und es stand 14:14. Im nächsten Drive war wieder Potsdam dran, Tyvis Smith lief für 9 Yards zum 14:21. Nach einem Sack von den Royals standen die Seamen vor einem 2. Versuch und 23 Yards. Aber Xavier Mitchell zeigte sein ganzes Können und machte nach einem kurzen Pass wieder eine Menge Yards nach dem Catch und lief erneut über das halbe Feld slalom zum 21:21. Potsdam musste sich mit einem Turnover on Downs vom Ball trennen und Mailand nutzte dies zur ersten Führung, Sekunden vor der Halbzeit. Zahradka auf Mitchell zur 28:21 Halbzeitführung.

Die dänische Rakete erzielt den Siegtreffer!

Das 3. Viertel begann mit einem Fumble der Seamen. Potsdam zeigte im nächsten Drive wieder alle Facetten der königlichen Offense. Nach einem 4. Versuch in der eigenen Hälfte, tollen Läufen durch Smith und einem tiefen Pass auf Nielsen, war es erneut Smith der mit dem Ball in der Hand in die Endzone lief und wieder auf Gleichstand stellte, 28:28. Nachdem Mitchell einen ganz langen Pass in Doppeldeckung fing, war es Zahradka der per Quaterback-Sneak die erneute Führung zum 35:28 herstellte.

Als Demetrius Steed etwas unverständlich ejected wurde, Gahafer zu Beginn des 4. Viertels den Ball verlor und wieder einmal Mitchell, der zum EFL Bowl MVP gewählt wurde, über das Feld zum Touchdown marschierte, war das Spiel mit 42:28 gefühlt schon entschieden. Aber die Royals haben dieses Jahr einen Hang zur Dramatik und Langeweile ist ein Fremdwort. Nach einem Return über 50 Yards von Smith fand Gahafer diesmal David Saul zum 42:35.

Dann mussten die Mailänder seit Ewigkeiten mal wieder punten und Potsdam stand vor dem alles entscheiden Drive bei noch 3:20 Minuten auf der Uhr. Beim 4. Versuch und 1 Yard standen die Royals schon kurz vor dem Aus. Aber diese Situation wurde bewältigt. Kurze Zeit später gab es das Big Play auf Max Zimmremann und die Royals standen kurz vor der Endzone. Smith vollendete per Lauf und es stand 42:41, bevor das Drama begann. Statt der sicheren Variante und dem Extrapunkt zum Ausgleich, gingen die Coaches voll auf Sieg.

Risiko wird belohnt

Bei der Two-Point-Conversion wurde Smith beim Laufversuch gestoppt, doch bevor der Tackel ihn zu Boden brachte konnte er den Ball an Gahafer zurück passen und dieser lief über rechts in die Endzone. Allerdings zählte der Versuch nicht, da auf Holding der Offense und damit 10 Yards Strafe entschieden wurde. Das erschwerte das Vorhaben natürlich noch zusätzlich. Aber die Coaches blieben beim alles oder nichts und Gahafer fand seinen Lieblingsreceiver Nielsen zur erfolgreichen Two-Point-Conversion.

Das Spiel war aber noch nicht vorbei, denn die Seamen hatten noch 22 Sekunden, um Punkte zu erzielen. Potsdam verteidigte tief und zwang Mailand zu einem Field-Goal-Versuch kurz vor der Mittellinie. Diese fabrizierten aber ein Delay of Game und zusätzlich 5 Yards Strafe. Der Field-Goal-Versuch aus ca. 60 Yards wurde geblockt und die Freude auf Potsdamer Seite kannte keine Grenzen mehr.

Die Royals streckten vor einer würdigen Kulisse den EFL Pokal in die Höhe!

Viertelergebnisse: 7:7 / 21:14 / 7:7 / 7:15

Alle Royals Punkte: Tyvis Smith (18), Frederik Myrup Nielsen (8), Max Zimmermann (6), David Saul (6), Patrick Felber (5)

Text: Sebastian Brandt